Leib, Seele, Lavendel – ein heilender Schöpfungstag
„Pflegen und Heilen mit der Natur“ – so war der Schöpfungstag Ende Juni im Sankt-Wenzeslaus-Stift in Jauernick unter Leitung von Gabi Kretschmer, der Umweltbeauftragten des Bistums Görlitz, überschrieben. Fast 30 Interessierte hatten sich zu diesem Thema angemeldet, doch der außergewöhnlich starken Hitze wollten sich nicht alle aussetzen, so dass schließlich 23 Schöpfungs- und Lavendelfreunde den Tageskurs besuchten.
Leib und Seele bilden ein Paar in unserem Dasein, welches oft genug durch andere, durch uns selbst oder durch Lebensumstände verletzt wird. Manche Wunden bleiben und müssen dauerhaft mitgetragen werden. Loryn Luh, Hebamme und Osteopathin, schilderte diese Tragödien als Fachreferentin sehr berührend – doch nicht, ohne aufzuzeigen, wie es „wieder gut“ werden kann. Dazu erläuterte sie anschaulich die Zusammenhänge zwischen den fünf Elementen der traditionellen Chinesischen Medizin (Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall), unseren Organen (Niere/Blase, Leber/Galle, Herz/Dünndarm, Magen/Milz, Lunge/Dickdarm), verschiedenen Geschmacksrichtungen (salzig, sauer, bitter, süß, scharf) und modernen psychologischen Typisierungen (Philosoph, Macher, Begeisterer, Vermittler, Stratege). Heilsam beseelt endete so der erste Teil des Schöpfungstages, dem sich ein köstlich-buntes Mahl aus der Küche des Sankt-Wenzeslaus-Stifts anschloss.
Mit dieser neuen Energie ging es auf Exkursion ins unweite Niesky, wo die Teilnehmer im Baumschatten einer Mitarbeiterin der „Agrargenossenschaft See“ vor prächtig blühenden Lavendelfeldern lauschten. Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Krämpfe und Wundbalsam – die heilende Wirkung der Lavendelblüten war vielen bereits bekannt. Darüber hinaus erfuhr die Gruppe, dass Lavendel nicht nur multifunktional vor Insekten schützt, einen aromatischen Trinksirup ergibt und als Badezusatz sowie Massageöl pflegt, sondern auch als sogenannte Sonderkultur gut und zukunftsfähig auf den trockenen Böden der heimischen Niederlausitz gedeiht.
Mit Kaffee und Kuchen in der Lavendelscheune nahm der Tag, mit vielen Sinnen wahrnehmbar, ein erfülltes Ende. Und es schloss sich ein Kreis, denn exakt vor einem Jahr hatte der Kurs „Pflegen und Heilen mit Kräutern und Duftstoffen“ schon einmal die heilende Spiritualität der Lavendelpflanze über Hildegard von Bingen, Kräuterverarbeitung durch eigene Hand und Exkursion in die Lausitzer Provence erfolgreich thematisiert.



Weltnabel Jauernick – Expertentagung im Sankt-Wenzeslaus-Stift
Das zum Bistum Limburg gehörende „Centre for Dialogue am Campus Riedberg“ brachte unter Leitung von Dr. Dominiek Lootens und Prof. Dr. Cristobal Serran-Pagan y Fuentes Mitte Mai im Rahmen des Symposiums „Mindful Dialogue“ Experten aus aller Welt zu drei Tagen intensiven Wissensaustauschs und Zusammenarbeit im Sankt-Wenzeslaus-Stift zusammen. Die Teilnehmer aus Argentinien, China, Deutschland, Kenia, Kanada, Kolumbien, Portugal, Puerto Rico, Singapur, Spanien, Tschechien, der Türkei und den USA diskutierten in den Tagungssprachen Englisch und Spanisch u. a. die Themen Frauenrechte und Bildung, Geschlecht und Islam, Indigene Frauen und Ökozid, Trauma und interreligiöse Versöhnung, Gewalt gegen Christen weltweit sowie gewaltfreier ökologischer Aktivismus. Verbindend war, dass sich alle Fragestellungen am geistigen Vermächtnis des US-amerikanischen Trappisten, Schriftstellers und Mystikers Thomas Merton (1915-1968) orientierten. Wie mannigfaltig, erkenntnisreich und innerlich verbunden die Tagung erlebt werden konnte, ist dem Feedback eines Teilnehmers aus Spanien zu entnehmen: Ein riesiges Dankeschön an Dominiek, Cristóbal und das Organisationsteam, sowie an die Gastgeber, Moderatoren, Hauptredner, den wunderbaren Übersetzer, die Darsteller, Künstler, den Meditationsleiter, die Dichter, Musiker, den ITMS-Vertretern, Technikern, Teilnehmern und Unterstützern, die auf ihre jeweils eigene Weise zu dieser wunderbaren Veranstaltung beigetragen haben – nicht nur für die hervorragenden Inhalte aller Vorträge und Aktivitäten, sondern auch für das Zeugnis eurer Verbundenheit, die „die Welt in eurem Blutkreislauf“ trägt, und für die Schönheit eurer Herzschläge, eins in der Vielfalt, vielfältig in ihrer Einheit.

„Männergrillen“ auf katholisch
Dass wir im Wonnemonat Mai ausgerechnet am Abend des Muttertags zum „Männergrillen“ ins Sankt-Wenzeslaus-Stift einluden, war weder Unwissen noch Provokation, sondern schlichtweg nach einer organisationsbedingten Verschiebung der einzig mögliche Alternativtermin in den prallen Kalendern von Wenzelstift und Referent. Aber da alle 15 zum Teil aus Berlin angereisten Teilnehmer dem Leib einer Mutter entstammen und sich am Veranstaltungstag ohnehin ihrer erinnern, bestand Einigkeit, dass Mütter grundsätzlich und sowieso bei jedem Männersport, in diesem Fall das „Grillen“, die heimlichen Paten bilden.
Dem von Priesteramtskandidat Maximilian Mattner gehaltenen Wortgottesdienst in der hauseigenen Kapelle folgte im Stiftsgarten zum gegenseitigen Kennenlernen ein Abendessen mit Gegrilltem unter freiem Himmel bei warmen Temperaturen. Weiter ging es im Gartenpavillon und zwar thematisch, denn wiederum Maximilian Mattner sprach zum einjährigen Jubiläum des Pontifikats von Papst Leo XIV. über dessen erste Impulse und seine Herausforderungen als Hirte der Universalkirche.
Der Referent verwies auf den heiligen Petrus, dessen frühe Verfehlung in Treue und Glauben und die später vom Herrn erfahrene Vergebung ihn vom Stolperstein zum Felsen des Christentums aushärten ließen. Auch Papst Leo prägt demnach sein Amt unter anderem mit einer hohen Aufmerksamkeit für die Einheit der Kirche zwischen einem sehr lebendigen Katholizismus in Afrika und Südamerika, von wo aus einige der Reformforderungen deutscher Bischöfe zum Synodalen Weg jedoch wie ein Streben nach Abspaltung interpretiert werden. Einen neugierigen Aufbruch, den Rollback zum Glauben, den Papst Leo unter jungen Leuten aktiviert, beobachtet Maximilian Mattner dabei sowohl vor Ort in seiner Ausbildungspfarrei in Wittichenau, als auch in Frankreich, wo die Anzahl der Erwachsenentaufen signifikant ansteigt, oder in Spanien, wo sich deutlich mehr junge Menschen als katholisch identifizieren als noch vor fünf Jahren.
Die katholisch-humorvolle Anschaulichkeit seiner Ausführungen speist der Priesteramtskandidat mit Innenansichten, die er zuletzt als Pilger der Hoffnung zum Jahresende 2025 bei einer Wittichenauer Ministrantenwallfahrt in den Vatikan gewinnen konnte. Abschließend legt er allen ans Herz, den guten Gedanken der päpstlichen Reden Aufmerksamkeit zu widmen und schließt mit einem Zitat, in dem Leo XIV. das Programm seines Pontifikats zusammengefasst hat: „Gemeinsam werden wir die Glaubwürdigkeit einer verwundeten Kirche wiederherstellen, die zu einer verwundeten Menschheit in einer verwundeten Schöpfung gesandt wurde, denn es ist nicht wichtig, perfekt zu sein. Aber es ist notwendig, glaubwürdig zu sein.“
Mit einem Abendsegen nahm Prälat Birkner die an Einkehr, Speise und Theologie gesättigte Gruppe noch mit in die von Kerzen erleuchtete Stiftskirche Sankt Wenzeslaus, wo er mit großen Parabeln die Geschichte dieses Gotteshauses in den Wälzungen der letzten tausend Jahre illustrierte. „Männergrillen“, aber vor allem das Davor und Danach, so der Tenor, soll 2027 gerne wieder im Programm des Wenzelstifts stehen.

Der Seele Beine machen – Erlebnistanz im Wenzelstift
Unter der Leitung von Eva-Maria Langner versammelten sich 16 Enthusiasten Ende April im Sankt-Wenzeslaus-Stift zu einem dreitägigen Tanzkurs. Die zertifizierte Trainerin beim Bundesverband Erlebnistanz hatte den Senioren ein abwechslungsreiches und bisweilen schweißtreibendes Programm zusammengestellt, welches tänzerische Bewegungseinheiten mit Impulsen zur Tanzhistorie und damit körperliche wie geistige Aktivitäten in einer spannungsvollen Balance aktiven Miteinanders hielt. Die fröhliche Zeit aus Rhythmus, Koordination und musischer Kreativität animierte Regina Ladewig als Teilnehmerin zu einem kleinen Reimepos, den sie über das Gästebuch in feiner Schrift dem Wenzeslaus-Stift hinterließ
Tanzen, ja Tanzen, ist mir ‘ne Wonne,
ob‘s regnet, schneit oder scheint die Sonne,
Bewegung bei Musik in Rhythmus und Takt,
auch wenn es mal in den Gelenken knackt.
Man trifft nette Leute mit gleichem Sinn,
gibt sich mit Schwung dem Tanze hin,
ob Wiege- oder Wechselschritt,
Kreis-, Gassen- oder Square-Tänze machen wir mit.
Eva und Lorchen machen‘s sehr fein,
weil sie unsere Tanzleiter hier sein.
Ein Hitch, ein Twirl, ein Dosado,
schaffen wir doch sowieso.
Kommen die Füße mal aus der Reihe,
der Tanzboss uns das wohl verzeihe.
Hauptsache man bewegt sich mit Freude,
das machen wir täglich, nicht nur heute.
Auch Liebesgeflüster, könnt ihr das versteh’n,
ist unter einigen Tänzern gescheh’n.
Heimlich kleine Zettelchen zustecken,
wer weiß, was diese wohl aushecken?
Wir danken den Leitern für ihr Arrangement,
vielleicht können wir bei euch mittanzen irgendwann?
Auch herzlichen Dank dem gesamten Personal vom Haus,
dass geweiht ist dem heiligen Wenzeslaus.
Das Essen war stets lecker und gut,
man musste nur sein auf der Hut,
dass man nicht zu viel lädt auf den Teller,
sonst wachsen wir in die Breite immer schneller.
So reisen wir gestärkt und fröhlich von hier,
gewiss nehmen wir bald wieder bei euch im Wenzel Quartier.


Vogelwelten – Schöpfungstag am Berzdorfer See
Mitte April hatte Gabi Kretschmer als Umweltbeauftragte des Bistums Görlitz zum Schöpfungstag an den Berzdorfer See eingeladen und 31 Personen aus Görlitz, Jauernick, Niesky, Weißkeißel und Cottbus waren der Einladung gefolgt. Los ging es am Nordstrand, von wo der Ornithologe Dr. Markus Ritz eine gut 5 Kilometer lange Exkursion in die mannigfaltige Welt der Vögel führte mit einer Zwischenrast an den Hangterrassen von Klein-Neundorf für den stärkenden Mittagsimbiss aus dem Sankt-Wenzeslaus-Stift.
Unterwegs konnte die Gruppe voll Staunen sehen, riechen und an den Vogelstimmen hören, wie aus dem ehemaligen Braunkohletagebau ein fast tausend Hektar großer und 70 Meter tiefer See geworden ist, der sich als offizielles Vogelschutzgebiet und Rastgewässer zu einem Hotspot der Biodiversität entwickelt hat. An den Hangterrassen und im Schilfgürtel brüten seltene Arten wie Blaukehlchen, Heidelerche, Neuntöter, Steinschmätzer, Grauammer und Kolbenente. Auch Kraniche, Eisvögel, Wiedehöpfe werden regelmäßig beobachtet. Darüber hinaus überwintern Blässhühner, rasten nordische Gänse, balzen Haubentaucher und auch Lachmöven und Gänsesäger stellen sich ein.
Die Ergebnisse der Vogelerfassung zeigen, dass vor allem die naturbelassene Westseite des Sees vielen Vogelarten gute Brutmöglichkeiten bietet. Sensibel ist dabei die Mauser im Winter, wenn der Wechsel des Federkleides den Vögeln für ein paar Tage das Fliegen unmöglich macht. Nahende Schiffe oder andere Gefahren versetzen die Tiere dann in Todesangst, weshalb amtlich eine Winterruhe auf dem Wasser gilt. Es bedarf großer Achtsamkeit und Rücksicht, so der Tenor dieser Ausflugsperspektive auf Gottes Schöpfung, um Flora, gefiederte Fauna und Mensch in Einklang zu bringen.




Kess erziehen – Ein Familienseminar mit Lerneffekt
Mitte Februar 2026 lud in den sächsischen Winterferien unser Sankt-Wenzeslaus-Stift zur fünftägigen Familienbildungswoche unter dem Titel „Kess erziehen: Weniger Stress – mehr Freude“ ein. 18 Teilnehmer aus 5 Familien waren es schließlich, die sich für diesen vom Familienbund der Katholiken Sachsen und vom Seelsorgeamt des Bistums Görlitz unterstützen Kurs anmeldeten. Keine große Gruppe, aber ein guter Anfang für unseren Wunsch, Bildungsangebote für Familien wieder dauerhaft ins Jahresprogramm aufzunehmen. Der äußere Rahmen war geradezu märchenhaft. Wie in einer kräftig geschüttelten Schneekugel fiel die weiße Pracht 25 Zentimeter hoch am Anreisemontag auf die Oberlausitz, so dass sich das Kinderfreizeitprogramm rund um den eingeschneiten Vierseitenhof von selbst ergab: Mütze auf, Schneehöhle bauen und Schlitten fahren. Mit Anne Süßmilch und Kathrin Bruckauf konnten für die über 30 Seminarstunden umfassende Kursleitung geschulte Kess-Referentinnen gewonnen werden, die von zwei für die Kinderbetreuung verantwortlichen Oberschülern unterstützt wurden.
Wer Kinder erzieht und parallel Alltag, Ausbildung, Beruf, Kita, Schule, Großeltern, Rechnungen, Vorlesen, Einkaufen oder Krankheitstage koordinieren und bewältigen muss, gelangt nicht selten an Grenzen. Zumal sich zur organisatorischen Jonglage noch die Dynamik der Machtkämpfe, Rangordnungen und Zuneigungsverteilungen innerhalb der Familienzelle gesellt. Um hier gezielt zu unterstützen, entwickelte vor 25 Jahren die Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat des Erzbischöflichen Seelsorgeamts Freiburg auf der Basis eines christlichen Menschenbildes sowie Alfred Adlers Individualpsychologie das präventiv, wertorientierte Familienbildungsprogramm „Kess erziehen“. Kess steht dabei als Kurzform für die handlungsleitenden Programm-Attribute (k)ooperativ, (e)rmutigend, (s)ozial und (s)ituationsorientiert, zu denen es unter Titeln wie „Freiheit in Grenzen“, „Selbstachtung“ oder „Nähe und Distanz“ bausteinartige Impulse, Übungen und Reflexionen für Eltern und Kinder gibt. Für unser Haus war die intensive Kompaktwoche mit einer zusammengewürfelten Zufallsgruppe aus Kindern, Eltern und Team ein Pilotprojekt, weshalb wir in der zugewandt-aufrichtigen Auswertungsphase am Abschiedsfreitag auch miteinander Ideen fürs Bessermachen sammelten.
Kinder-Kess statt Kinderbetreuung: So vielfältig das Kinderprogramm mit Wissensquiz, Mandalas ausmalen, Comics zeichnen, Legos, Papiermaskenbau, Puppenbühne oder toben im Schnee auch war, hatte es doch kaum inhaltlich-zwingende Bezüge zu den an Eltern und Kinder davor und danach vermittelten Kess-Programminhalten. Das Erlebnis einer in alle Wochenphasen integrierten und damit leicht einzuübenden Praxis des Miteinanders nach Kess-Regeln konnten die Kinder somit nicht machen. Auch die zu große Altersspanne der Kinder war herausfordernd – Ältere waren phasenweise gelangweilt, ein Kind konnte gar nicht integriert werden. Den Kess-Kernsatz „Das Kind sehen“ hatten wir in der Gesamtorganisation also etwas aus den Augen verloren.
Verbindlichkeit vom Flipchart bis zur Essensglocke: So positiv-anregend, wie die mit Übungen untersetzte Vermittlung von Zielkategorien wie „Soziales Miteinander und Gemeinschaftssinn“ oder „Respekt und Wertschätzung“ auch rückgemeldet wurde, so enttäuschend fallen dann Anspruch und Wirklichkeit auseinander, wenn mangelnde Pünktlichkeit Einzelner einen gemeinsamen Start in die Seminareinheit unmöglich machen oder Kinder während der Mahlzeiten am Handy scrollen. Nur wenn das Gehörte und Geübte durch das Erlebte bezeugt und bewiesen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass „Kess erziehen“ über das Ende des Seminars hinaus Familienpraxis wird.
4 x Gutes noch besser machen: Zunächst soll die Ankündigung des Seminars eindeutiger als bisher Ablauf und Inhalte sowohl für Eltern als auch Kinder ersichtlicher machen. Danach wurde das einstimmige Lob für die Umsetzung der Kategorie „Gesundheit und Bewegung“ aus Körperarbeit, Meditation und Yoga mit der Empfehlung erteilt, diesen Baustein den Erwachsenen vorzubehalten, da zuviel Energie in die Integration der Kinder abfließt. Darüber hinaus darf unabhängig von konfessionellen Zugehörigkeiten der katholische Abgebotsrahmen des Miteinanders in Gebeten, Andachten, Mahlzeiten, Liedern und Spielen eng gesteckt sein. Nicht nur das Haus kann über diese Optionen erfahren werden; die informelle Interaktion stärkt Gruppe und Seminarerfolg. Und gar nicht genug Familienabenteuer kann es in Bezug auf die Bausteine „Individualität sehen und achten“ sowie „Raum für Kreativität“ geben – von der gemeinsam modellierten Zukunfts-Schneefigur mit Kopf, Herz und Hand bis zur Expedition zu den verschlungenen Familienpflanzen der Moorblumen.
Das Feedback zur Verabschiedung der beiden Referentinnen und Kinderbetreuer mit Honig aus der Jauernicker Frühjahrstracht enthielt abschließend noch einmal den faszinierenden Kraft- und Emotionsbogen solch eines Kess-Kurses. Nach dem Dank der Eltern für die Momente, in denen sie sich, professionell begleitet, bis zur verletzlichen Tiefendynamik privater Familienkonstellationen aus Umständen, Brüchen und Trennungen ehrlich und frei austauschen durften, wünschten sich die Kinder für die Neuauflage im kommenden Jahr nichts weniger als ein „Eishockey-Stadion“…



Frauentag auf katholisch
22 Frauen waren der sonntäglichen Einladung des Sankt-Wenzeslaus-Stifts nach Jauernick zu Eucharistiefeier, Frühstück und geistlichem Impuls anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März 2026 gefolgt und es wurde ein gelungener Vormittag sich ergänzender Bausteine.
Die in der Stiftskirche von Kaplan Winzer in seiner Predigt eindrucksvoll interpretierte Gotteserfahrung der mit Jesus am Jakobsbrunnen sprechenden Samariterin nahm Monika Lesch als Impulsgeberin nach dem gemeinsamen Frühstück unmittelbar auf. Mit Teresa von Ávila, Hildegard von Bingen, Juliana von Norwich und Margery Kempe porträtierte die Referentin des bistümlichen Seelsorgeamts heiliggesprochene Ordensfrauen, Einsiedlerinnen, Mütter und Mystikerinnen, die zu unterschiedlichen Zeiten Gotteserfahrungen machten, welche sie nicht mehr losließen und zum Motor ihres Handelns wurden. Auf der Folie ihrer persönlichen Glaubenserfahrungen im von Familie, Gemeinde, Pfarrern, Kirche und Studium begleiteten Aufwachsen löste Monika Lesch im Anschluss mit passenden Kernfragen eine lebendige Debatte zum Selbstverständnis der Frau im Katholizismus aus.
Mit dem hellen Speisesaal des Sankt-Wenzeslaus-Stifts hätte es für den weiblichen Austausch gar keinen passenderen Ort geben können, denn vor allem Frauen waren es, die das Haus prägten: Anfangs die Äbtissinnen des Klosters Marienthal, die Stiftskirche und Pfarrhof allen Stürmen der Reformation zum Trotz fest in katholischer Hand behielten, später die barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus, die als Borromäerinnen hier von der Erstkommunionvorbereitung über die Kinderheimerziehung bis zur modernen Hauswirtschaft den Weg zur katholischen Bildungs- und Familienstätte gestalteten.
Und so ist es nur konsequent, dass nun im 21. Jahrhundert mit Dorothea Grund eine Frau es ist, die das Haus leitet – unterstützt von weiteren hochengagierten Frauen im Wenzeslaus-Team, die für die Anziehungskraft und besondere Atmosphäre des Stifts Tag für Tag arbeiten und leben. Der trommelnde Abschlussbeifall für die Bewirtung an Leib und Seele war ein deutliches Signal dafür, die Premiere dieses neuen Bildungsformats „Frauenfrühstück“ ab dem kommenden Jahr in eine Serie zu überführen.

Stiftsforum Jauernick – Oasen im Osten
Von seinem Selbstverständnis her versteht sich das Sankt-Wenzeslaus-Stift als Mutmach-, Inspirations- und Dialogort und so musste zur Premiere unseres neu entwickelten Formats „Stiftsforum Jauernick“ für den 4. Februar 2026 jemand gefunden werden, der genau diese Attribute vertritt und lebt. Damit lief es zwangsläufig darauf hinaus, Frank Richter einzuladen, der sein im Jahr 2025 im Benno-Verlag veröffentlichtes Buch „Oasen im Osten – Entdeckungen in den neuen Ländern“ mitbrachte, daraus las und sich den Fragen des Publikums stellte. Dies bestand aus gut 30 Lese- und Diskussionsfreunden, die trotz erschwerter Rahmenbedingungen den Weg nach Jauernick fanden. Zum einen lockte zeitgleich konkurrierend im Görlitzer Kulturforum Neue Synagoge die kostenlose Brückepreis-Verleihung an den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und zum anderen hatten die Meteorologen vor Eisregen gewarnt, der dann tatsächlich während unserer Veranstaltung die Oberlausitz in eine gefrorene Glitzerfläche verwandelte. Im Kamingewölbe des Stifts aber wurde niemand aufs Glatteis geführt, zumal Frank Richter vertrauten Boden betrat – hatte er doch als Referent vor ein paar Jahren im Wenzeslaus-Stift an der Tagung „Kirchen im Sozialismus“ mitgewirkt.
Der Abend wird intensiv: Frank Richter bringt sein erfahrungsgetränktes Leben als Autor und Schriftsteller („Hört endlich zu!“/„Gehört Sachsen noch zu Deutschland?“), als Christ (vom katholischen Priester zum evangelischen Ehemann), als `89er-Revolutionär (von der Dresdner „Gruppe der 20“ zum Bundesverdienstkreuzträger) und als Demokrat und Politiker (vom Bürgermeisterkandidaten zum Landtagsabgeordneten) in die Befragung Ostdeutschlands sachkenntlich und neugierig geblieben ein. Er, der sich als Direktor der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung nicht scheute, erbitterte Weltanschauungslager in Dresden rund um Pegida, Asyldebatten und Bombardierungs-Gedenken auf Dialog zu verpflichten, richtet nun als 65jähriger seinen Blick bewusst aufs Positive. „Man bekommt die Welt nicht besser gemeckert“ zitiert er Mundart aus dem Erzgebirge, weshalb sich Richter für sein Buch auf die Reise durch die neuen Bundesländer macht, um zivilgesellschaftliche Begegnungsorte im ländlichen Raum mit ihren Typen, Stimmen, Räumen und Utopien als Mosaik der Hoffnung festzuhalten. Dafür schreibt er einordnend selbst, lässt Gastautoren wie Freunde zu Wort kommen und transportiert das Nichterzählbare über naherückende Aufnahmen einer sehbehinderten Fotografin. Fünf der zweiundzwanzig Orte stellt er beim Stiftsforum vor.
In Schmirna bei Merseburg ließ die Gemeinde den Kommunisten Karl Völker 1921 ihre Kirche ausmalen. Wunderschön im Ergebnis, aber den Teller des Abendmahls lässt der Künstler mit zeitgenössischem Bezug leer und Jesus Christus sieht aus wie Lenin. In Mühlberg an der Elbe interviewt Frank Richter den süddeutschen Pater Alois, der dort ein Kloster reaktiviert, Kirchenasyl für einen von Islamisten mit dem Tode bedrohten Pakistaner durchsetzt und weiß, dass der vor Ort in Megatonnen abgebaggerte Elbekies nach Dubai für den Bau künstlicher Inseln exportiert wird. In Zgorzelec hört Richter ergriffen das im ehemaligen Stammlager 8A aufgeführte „Quatuor pour la fin du temps“ (Quartett für das Ende der Zeit), welches der französische Kriegsgefangene Olivier Messiaen in karger Lagerhaft angelehnt an die Offenbarung des Johannes komponierte und am 15. Januar 1941 bei klirrender Kälte vor hunderten Mitgefangenen und der deutschen Lagerleitung in einer Baracke zur Uraufführung brachte. Seit 2008 bringen ein deutsch-polnischer Verein und dessen Gedenkstätte immer Mitte Januar das Meisterwerk in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec Jahr für Jahr zur Aufführung. In den 1994 von einem katholischen Pater und einem evangelischen Pfarrer eingerichteten Friedens-Raum der Stille im Nordflügel des Brandenburger Tores lädt er den eher als Lautsprecher bekannten Lokomotiv-Gewerkschafter Claus Weselsky ein, der dort, wo man unter sich nur die U-Bahn rollen hört, seine eigenen Lebensstationen durchreist. Als angekündigt „schönsten Text“ verliest Frank Richter final die Hommage des Liedermachers Hans-Eckkard Wenzel auf das am Peenestrom gelegene 17-Seelen-Flecken Kamp, wo vor dem Torso einer von der Wehrmacht gesprengten Hubbrücke jeden Sommer die Wenzel-Combo einen Tag und eine Nacht lang zum Festival-Tanz aufspielt.
Im sich anschließenden Austausch wird zuerst Richters Kontroverse mit dem Leipziger Dirk Oschmann, dessen Buch „Der Osten – eine westdeutsche Erfindung“ zuletzt für viel Furore sorgte, thematisiert und dann die deutsche Abschiebepolitik, bevor fachkundige Ortsvorschläge für die kommenden Neuauflagen der Ost-Oasen begründungsreich und engagiert aus dem Publikum vorgebracht werden. Was bleibt? Das Buch wirbt mannigfaltig und leidenschaftlich für eine gestaltbare Gesellschaft, die Beteiligung und Gemeinschaft genauso als zentrale Konstruktionselemente von Demokratie erfordert, wie kandidieren, opponieren und Konflikte bearbeiten – von ehedem das zu Hause von Frank Richter. Der mit einem gemeinsamen Abendsegen von Prälat Birkner in die Signierstunde entlassene Autor hatte es dem langen Beifall der Forumsteilnehmer zufolge (wieder einmal) geschafft, die Eingangs genannte Trias aus Mut, Inspiration und Dialog zu erzeugen und zu teilen.


Wenzeslaus-Team spendet für regionale Jugendarbeit
Am 28. November 2025, dem Eröffnungstag des Schlesischen Christkindelmarktes, nutzte das Team des Sankt-Wenzeslaus-Stifts die Aktion „17 Tage | 17 Essen | 17 Uhr“ für eine adventliche Spendenaktion. Mit dem hauseigenen Boni-Bus war das dick einpackte Team zunächst auf den Görlitzer Untermarkt gerollt, um das Aktionszelt für den Publikumsansturm mit allerlei köstlichen Zutaten und natürlich der Spendenkasse zu bestücken. Als Antwort auf die klirrende Kälte bereitete die Stiftsküche dann ein herzhaftes Süßkartoffel-Sellerie-Cremesüppchen mit Nuß-Topping und Kürbiskernöl zu, ergänzt durch Wenzel-Hausbrot und gestrudelte Quarkcreme mit Kürbis-Mango-Mus. Als die Töpfe ausgekratzt waren, konnten stolze 675,92 € gezählt werden. Der Erlös kommt dem Christlichen Kinder- und Jugendverein „einer für alle e.V.“ aus Görlitz zugute – eine frohe Botschaft, die noch vor Ort von Hausleiterin Dorothea Grund an Susanne Stäbler als Vereinsvertreterin überbracht werden konnte. Ein herzliches Dankeschön an alle, die gekocht, gespendet und mitgenossen haben!


Es ging ums Eingemachte – Praxis-Seminar „Wintervorräte“
Geleitet von Gabi Kretschmer, Umweltbeauftragte des Bistums Görlitz, und bezuschusst durch die Katholische Erwachsenenbildung Sachsen (KEBS) fand Anfang November 2025 im Sankt-Wenzeslaus-Stift in Jauernick ein weiteres Seminar unter dem Titel „Achtung Schöpfung!“ statt. Dem Angebot gefolgt waren Familien mit Kindern, Großeltern mit Enkeln und Ehepaare, so dass es mit den beiden Referentinnen 24 Personen waren, die sich mit Kopf, Herz, Hand und vor allem dem Magen auf den Winter vorbereiteten.
Garniert von Vorträgen und Kurzdokus ging es dann ein Wochenende lang sprichwörtlich „ums Eingemachte“. Sauerkraut hobeln, Äpfel schneiden für den Apfelsaft, Teekräuter sammeln, Brotaufstriche kreieren, Sauerkraut stampfen, Kimichi fermentieren, Hummus mixen und immer wieder abschmecken, auffüllen, abkochen, einwecken und beschriften, so dass die Erkenntnise und Einsichten unabhängig vom Alter über die Handarbeit zur Kopfsache im besten Sinn wurden.
Nachdem in der Abschlussrunde alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Seminar-Erkenntnisse im Rahmen eines „Wasser des Lebens-Ritual“ zusammengeschöpft hatten, fasste Gabi Kretschmer die Tage im Wenzeslaus-Stift aus fachlicher Perspektive so zusammen: „Der Sinn des Wochenendes bestand vor allem darin, bewusst darauf zu schauen, was wir zu uns nehmen: gesund, nachhaltig, saisonal und regional. Alles fertig einzukaufen wäre selbstverständlich einfacher, aber die Produkte selbst herzustellen bereitet Freude und erzeugt ein gutes Gefühl intensiven Lebens und miteinander Erlebens.“
In einem katholischen Bildungshaus ist der inhaltliche Bezug von Ernährung, Bevorratung, Familie und Glauben angesichts der weltumspannenden Gebetszeile „Unser tägliches Brot gib uns heute“ unmittelbarer kaum denkbar. Deshalb waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor und nach den Kurseinheiten zu Andachten oder Besinnung über Musik eingeladen. „Vorrat halten“ ist nicht nur für „schlechte Zeiten“, sondern positiv übertragbar auf Vertrauen und Liebe zu Familie, Freunden, Spiritualität und Schöpfung selbst. Fortgesetzt wird die Achtung Schöpfung-Reihe im Jahr 2026 mit Exkursionen, Schöpfungstagen und Seminaren.


25 Jahre Filmbesinnungstage – Bildungsarbeit mit Jubiläum
Anfang Juli 2025 versammelten sich im Sankt-Wenzeslaus-Stift 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Bildungsveranstaltung, die unter dem Titel „Filmbesinnungstage“ seit einem Vierteljahrhundert in Sachsen und darüber hinaus ihr Publikum findet. Hauptverantwortlich für diese Kontinuität ist als Spiritus Rector der Leipziger Pfarrer Thomas Bohne, der als Mitglied der Katholischen Filmkommission und als katholischer Seelsorger die Zwei- und Mehrdimensionalität von Film und Leben gleichermaßen beherrscht. Fachlich unterstützt wurde er bei dem von der Katholischen Erwachsenenbildung Sachsen (KEBS) bezuschusstem Kurs von Michaela Rehor, die in Bautzen am WITAJ-Sprachzentrum der „Domowina – Bund Lausitzer Sorben e.V.“ für Projekt- und Filmarbeit verantwortlich ist.
Thomas Bohne erinnert sich: Im Jahre 2000 ging es im damaligen Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz (Bautzen) mit den Filmbesinnungstagen los. Alles begann mit nur 5 Teilnehmenden – später gab es bisweilen Wartelisten – jetzt beim 25-jährigen Jubiläum waren wir 15. Das ist für die „langen Tage“ (Mittwoch bis Sonntag) eine gute Zahl. Denn: Wenn man sich im Arbeitsprozess befindet, müssen zwei Tage Urlaub genommen werden.
Methodisch-geistlich knüpfen die cineastischen Besinnungstage an die Filmexerzitien des katholischen Schwarzwald-Gemeindepfarrers Michael Graff an, der freimütig bekannte „aus ernsthaften Filmen andächtiger hervorzugehen als aus mancher Predigt“. Graff hatte 1992 den Speisesaal eines ehemaligen Benediktinerklosters zur „Subiaco“ (Einsiedlerhöhle des Benedikt von Nursia) erklärt und mit dem auf Kissen und alten Sofas platzierten Publikum eine christlich geprägte Filmkunstarbeit bis hin zum dort heute noch laufenden Kino-Regelbetrieb entwickelt. Dass Kirche und Filmlandschaft eng korrespondieren, dokumentiert nicht zuletzt auch das seit 1992 vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz jährlich realisierte Kurzfilmfestival „Augenblicke“.
Noch einmal Pfarrer Bohne: Das Besondere dieser Filmbesinnungstage: Es gibt immer ein Thema – aktuell: „Vergangenheit – damals war gestern heute“. Wir beginnen gewöhnlich am Mittwochabend mit einem Film, wobei am Abend der neue Tag bereits beginnt. Denn nach jüdisch-christlicher Tradition liegt der Tagesbeginn immer schon auf dem Abend davor. Bei den Filmbesinnungstagen steht für jeden Tag ein Unterthema, diesmal am Hauptthema orientiert: Vergangenheit als Zeit …der Aufarbeitung; …des Überlebens; …der schmerzlichen Erinnerung und …der Zukunft. Aber noch eine Information ist wichtig: Die Filme an den einzelnen Tagen werden immer erst kurz vor dem Anschauen bekannt gegeben – der Grund, das Thema ist wichtig – und an „zweiter Stelle“ folgt der Film. Denn es sind in erster Linie geistliche Tage, welche eine thematische Ausrichtung haben.
Konkret gezeigt, diskutiert und reflektiert wurden die Spielfilme „Der Fuchs“, eine soldatische Mensch-Tier-Parabel aus dem Zweiten Weltkrieg, „Die Fotografin“, die Filmbiographie der amerikanischen Kriegsberichterstatterin Lee Miller, und „Des Teufels Bad“, eine erschütternd-morbide Glaubenskrise im bäuerlichen Oberösterreich vor 200 Jahren.
Weiter geht’s, wenn am Vormittag (nach Morgengebet und Frühstück) über den Film vom Abend gesprochen und vor dem Mittagessen in einem Gottesdienst – wir feiern immer Heilige Messe – das Thema auch geistlich vertieft wird. Am späteren Nachmittag (gegen 16.30 Uhr) gibt es quasi eine thematische Abschlussrunde mit Kurzfilmen oder kleinen Erzählungen oder Musik.
Derartig eröffnen die Filmbesinnungstage immer wieder neu Räume für bilderreiches Denken und gesellschaftspolitischen Austausch – aber auch Raum für Stille, Gebet, Gespräch, Meditation und Gottesdienst mit der Möglichkeit zu Besinnung und persönlicher Einkehr. Wir werden wieder kommen, schrieb Thomas Bohne im Nachgang, denn im Sommer lädt das Wenzeslaus-Stift mit seinen gewölbehaften Räumen zum „kühleren“ Anschauen und Austausch geradezu ein.
Stattfinden werden die Filmbesinnungstage vom 1. bis zum 5. Juli 2026. Auf dem Programm steht dann auch eine Exkursion ins unweite Görlitz. Schließlich schrieb Weltstar Kate Winslet („Titanic“ und o. g. „Die Fotografin“) bei den Dreharbeiten in den Altstadtgassen der Europastadt Filmgeschichte – für ihre Darstellung der Hanna Schmitz in „Der Vorleser“ wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet.

An der Nase herumgeführt – Sankt Wenzeslaus-Stift startet Seminar-Reihe
Bezuschusst durch die Katholische Erwachsenenbildung Sachsen (KEBS) startete das Sankt-Wenzeslaus-Stift in Jauernick Ende Juni 2025 mit einer dreiteiligen Seminar-Reihe unter dem Titel „Achtung Schöpfung!“. Die Konzeption und Durchführung liegt in den Händen von Gabi Kretschmer, die als Umweltbeauftragte des Bistums Görlitz vielfältige Bildungsveranstaltungen zur ökologischen Umkehr und christlichen Schöpfungsverantwortung initiiert.
Das Auftaktseminar „Pflegen und Heilen mit Kräutern und Duftstoffen“ versammelte 12 Teilnehmerinnen, die mit zwei Fachreferentinnen in einem Arbeitszyklus Kräuter bestimmten, sammelten, verarbeiteten und anwendeten. Den historischen und zeitgenössischen Kontext, der sich dabei über die in Handarbeit produzierten Aromen, Öle und Speisen erschließt, beschreibt eine Teilnehmerin so: „Wir haben viel über deren körperliche Wirkungen auf die Gesundheit erfahren und selber Handmassagen durchgeführt. Ein Highlight war der Besuch des Lavendelfelds bei Görlitz, wo eine neue Art der Landwirtschaft aufgebaut wird. Und wir haben mit den Lehren der Hildegard von Bingen den Bogen gespannt zu den spirituellen Wirkungen der Kräuter und Düfte.“
Lernen im Tagungshaus des Bistums Görlitz heißt immer auch gemeinsam und miteinander lernen. Dem weiteren Bericht der Teilnehmerin folgend, wurden die Frauen wohl nicht nur an der Nase herumgeführt, sondern steckten sprichwörtlich die Nasen auch gut zusammen: „Das alles in einer sehr facettenreichen Gruppe von 12 Frauen (schade, dass kein Mann dabei war), die im Lauf von drei Tagen zueinander fanden. Für dieses Seminar war uns das St. Wenzeslaus Stift in Jauernick eine Herberge, die nicht nur wunderschön gestaltet und gelegen ist, sondern mit ihrer gastfreundlichen und herzlichen Belegschaft im christlichen Umfeld den rechten Rahmen gab. Herzlichen Dank allen Veranstaltern für diese wohltuende Erfahrung, die im Alltag weiterträgt!“
Fortgesetzt wird die Seminar-Reihe mit dem Kurs „Wintervorräte in der heimischen Küche“ vom 7.-9. November 2025.





Schwestern der Ancillae-Gemeinschaft feiern 50. und 60. Professjubiläum
Die Ancillae (lat. „ancilla“, im Deutschen „Magd“) wurden 1946 von Maria Perpetua Radlmair in der Diözese Augsburg gegründet und sind bereits seit 1957 in Ostdeutschland ansässig. 1971 erhielt die Frauengemeinschaft vom Vatikan die offizielle Anerkennung als Säkularinstitut. Die Ancillae, die nach den evangelischen Räten (Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam) leben, sehen ihre Sendung darin, dem Heilswillen Gottes vorbehaltlos zu dienen. Leitbild und Vorbild ihres Lebens in der Nachfolge Christi ist für sie die Gottesmutter Maria. Aus ihrem Ja-Wort wählte das Institut seinen Namen. Durch Gebet, Zeiten der Stille und ständige spirituelle Erneuerung schöpfen die Mitglieder die Kraft, in der Welt von der Liebe Gottes zu allen Menschen Zeugnis zu geben.
Aktuell leben Ancillae in Deutschland – im Bistum Augsburg und in den ostdeutschen Bistümern – sowie in Indien. Sie leben solidarisch mit anderen Menschen, allein, mit Verwandten oder in kleinen Wohngemeinschaften. Im Rahmen der regelmäßigen Zusammenkunft im Sankt-Wenzeslaus-Stift wurden in diesem Jahr die 50. und 60. Professjubiläen (Ablegung des Ordensgelübdes) von drei Schwestern gefeiert. Zudem gibt es ein Dutzend Frauen, die ohne Gelübde die Spiritualität der Gemeinschaft mitleben und den Ancilla-Kreis bilden.

Ein kleiner Rückblick zum Karrieretag am Samstag, 21.10.23, in Markersdorf
Auf dem Firmengelände der Firma Brewes waren wir, Sylvia Baensch, Birgit Lohan und Dorothea Grund, mit einem Info-Stand, von 10-16 Uhr präsent. Die Besucherzahl hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen, was sicherlich auch mit dem schönen Herbstwetter zu tun hatte.
Wir sind mit verschiedensten Firmen, Familien und vielen Mitarbeitern der teilnehmenden Aussteller ins Gespräch gekommen, haben von Jauernick, dem mitältesten Ort der Oberlausitz, unserem Bildungshaus, unseren Kursangeboten, unseren Veranstaltungsangeboten, Tätigkeiten und Personal gesprochen. Herr Hubert Preißler hat uns einen großen TV zur Verfügung gestellt, damit konnten wir Bilder des Hauses und von Veranstaltungen zeigen.
Hausgebackenen Kuchen und frisch gekochten Kaffee haben wir angeboten und um eine Spende für die Jauernicker Stiftskirche gebeten. Dazu hat uns die Pfarrei das Kirchenmodell zur Verfügung gestellt. Nachmittags durften wir sogar Michael Kretschmer begrüßen und er dankte uns, dass auch wir uns in der Gemeinde Markersdorf engagieren.
Ein gelungener Tag!





Biker der Bundespolizei auf Wallfahrt 5. Juni 2023
Etwa 45 Biker mit ihren Maschinen gaben ein eindrucksvolles Bild im sonst beschaulichen Ort Jauernick-Buschbach ab. Die Zweiradfreunde der Bundespolizei nahmen an der Biker-Wallfahrt der Bundespolizeidirektion Pirna teil und machten Jauernick von Freitag bis Sonntag zum Ausgangsort für verschiedene Ausflüge. Vorbild für die Biker-Wallfahrt der Bundespolizei waren die Wallfahrten der Kollegen im bayerischen Altötting. Das Zusammenkommen im Osten Deutschlands fand das sechste Mal statt. Bei diesem gemeinschaftsfördernden Treffen waren Zweiradliebhaber aller Konfessionen sowie nicht konfessionell gebundene dabei, um den Segen Gottes zu erbitten und die Gemeinschaft untereinander zu stärken.
Pfarrer Dr. Andrzej Malachowski, katholischer Seelsorger der Bundespolizei und selbst auch begeisterter Motorradfahrer, organisierte zusammen mit Christine Hannemann die Wallfahrt. Am Samstag begann der Tag mit einer Andacht in der Stiftskirche. Dabei dankten alle für die bisher unfallfreien Fahrten und gedachten auch aller im Straßenverkehr tödlich verunglückten Motorradfahrer und Verkehrsteilnehmer.
„Alle eure Dinge lasst aus Liebe geschehen!“
Im Anschluss an die Andacht versammelten sich die Biker im Hof des Sankt-Wenzeslaus-Stiftes. Der Landesverband der evangelischen pfälzischen Posaunenchöre, der dieser Tage ebenfalls zu Gast im Haus war, gestaltete die Andacht und Segnung im Hof musikalisch mit.
Mit dem Segen Gottes und dem Beistand des heiligen Christophorus machten sich die Biker auf zu einer 300 KM langen Tagestour in Richtung des Dreiländerecks nach Böhmen, bis nach Melnik und erlebten eine abwechslungsreiche Landschaft und spannende kurvenreiche Straßen.









